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Montag, 5. Februar 2018

Zwischenseminar in Nagpur

Letzte Woche waren wir auf unserem Zwischenseminar in Nagpur. Somit traten wir unsere erste Zugfahrt an. Geplant war von Kadapa nach Kacheguda und von dort aus nach Nagpur zu fahren. Das Erste was wir lernten war, buche das Zugticket so früh wie möglich und lerne das Online-Ticket-Buchungssystem nicht auf deutsche Weise zu verstehen. Wir merkten erst einen Tag vor der Abfahrt, dass wir bisher nur auf der Warteliste standen und das fanden wir auch erst heraus, als wir eine Bestätigungs-SMS bekamen, dass Lukas einen sicheren Platz bekommen hat. Sarah stand also weiter auf der Warteliste und das änderte sich auch nicht mehr. In Indien muss man nämlich für die meisten Klassen bei einer Zugreise den Sitzplatz reservieren. Wir entschlossen trotzdem zu fahren, was blieb uns auch anderes übrig, wir konnten uns ja auch eine Liege teilen. So standen wir also abends pünktlich am Bahnhof aber der Zug hatte natürlich eine dreiviertel Stunde Verspätung. Als wir endlich unseren Waggon betraten, war alles dunkel und wir hörten es aus den verschiedenen Abteilen schnarchen. Unsere Liege war die oberste, glücklicherweise war daneben noch eine Liege frei und wir fragten den Schaffner, ob wir die auch nehmen können, das war kein Problem. So verbrachten wir unsere erste Nacht in einem Zug mit Betten, das war schon irgendwie sehr cool. Am nächsten Morgen stiegen wir problemlos um. In Nagpur angekommen suchten wir per Navi unsere Unterkunft, was auch wunderbar funktionierte. 
Am Montag begann dann das Seminar. Es war sehr schön sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen und von ihren Erlebnissen zu hören. Teilweise waren die Erfahrungen gleich aber es gab auch viele Gegensätze. Es wurde Wert darauf gelegt Probleme, aus einer anderen Richtung zu sehen. In der Mitte der Woche besuchten wir einen kleinen Tempel auf einem Berg, wovon wir einen herrlichen Ausblick hatten. Es sprangen sehr viele Affen rum, die teilweise so groß wie Hunde waren. Danach besuchten wir einen neuartigen buddhistischen Tempel. Uns viel auf, dass der Garten sehr gut gepflegt war!!! Leider ging das Seminar schnell vorbei und wir traten unseren Heimweg an. 
Diesmal hatte der Zug 3h Verspätung, an sich nicht schlimm aber wenn man einen Anschlusszug hat schon. Normalerweise hätten wir in Gooty nur eine Stunde Aufenthalt gehabt, so bangten wir, dass der Zug über die Nacht die Verspätung wieder aufholte. Das tat er aber nicht. Wir beteten und hoppla, dann merkten wir, was Gebete für eine Auswirkung haben können. Natürlich kamen wir viel zu spät an aber unser Anschlusszug hatte in den letzten Stationen vor Gooty plötzlich auch massive Verspätungen eingefahren und so hatten wir nur knappe 5min Aufenthalt in Gooty. Also dieser Jesus, wie der das alles so passend machen kann^^

Die Woche in Nagpur begleitete Sarah leider mit Übelkeit, Kopfschmerzen und Magenproblemen, was an sich kein Problem ist, nur eben etwas unangenehm. Wir sind für Gebete immer dankbar^^
Jetzt sitzen wir wieder in Kadapa an unserem Schreibtisch und merken, dass wir Urlaub brauchen, nein Quatsch, natürlich sind wir jetzt hochmotiviert und starten durch.;)

Gebete:

-          Motivation, Geduld
-          Gesundheit
-          Bewerbungen







 Unsere erste Zugfahrt, whoooooo^^





 Ramtek- Tempel Ram


















Sonntag, 21. Januar 2018

Environmental day

Jeden Samstag haben wir den  „aktiven Tag“. Dabei werden in der Schule viele Spiele und Aktionen gemacht, die nicht auf dem Lehrplan stehen. So haben wir vorletzten Samstag einen „Umweltschutztag“ in unserer Preschool gemacht. Es war für uns sehr spannend sich in das Programm hinein zu denken und zu organisieren. Es musste ja so geplant werden, dass die Kindergartenkinder das Thema verstehen, dass sie Spaß dabei haben und etwas lernen. Es war auch sehr spannend den Lehrern das Thema beizubringen, weil die vom Umweltschutz auch nicht so viele Ahnung haben. Es war ein sehr cooler Tag, wir haben anhand von Bildern, Experimenten, ausmalen und ihre eigene Stadt zeigen den Kindern veranschaulicht, wie groß das Problem Umweltverschmutzung ist.
Wir haben geplant, das Umweltschutzprojekt auch mit der Highschool zu veranstalten. Wir wollen mit ihnen Müll sammeln gehen, um ihnen bewusst zu machen, dass sie  wenigstens in diesem Punkt auf die Umwelt achten können, auch wenn sie arm sind. Das ist noch viel Arbeit und wir versuchen einen Weg zu finden, dass dieses Thema nicht in Vergessenheit gerät, wenn wir ab Sommer nicht mehr da sind.
Außerdem liegen gerade die Sankaranti-Ferien hinter uns. Da wir zu diesem Familienfest dieses Mal von niemandem eine Einladung erhielten blieben wir einfach daheim. Wir fanden viel Zeit uns zu entspannen und auch uns an die Bewerbungen für Sommer zu setzen. Dieses Thema macht uns keine große Freude, ist aber notwendig und so beißen wir uns da durch. Am Ende der Ferienzeit halfen wir unserer Mitfreiwilligen aus Singapur bei vielen Arbeiten in der Bibliothek. Sie hat sich vorgenommen, diese zu einem Ort zu machen, wo die Kinder oft hingehen können und sich wohl fühlen.
Nun sind die Ferien vorbei und der Alltag hat uns wieder. Aber zum Glück nur für kurze Zeit, denn am Samstag machen wir uns dann auf nach Nagpur. Wir sind gespannt wie ein Regenschirm wie unsere erste Zugreise in Indien wird.

Gebete:
Umweltschutzprojekt
Gesundheit und Geduld
Durchhaltevermögen

Viel Kraft und gute Ideen für die Bewerbungen















Mittwoch, 10. Januar 2018

We are still alive!

Ich weiß gar nicht genau wie ich diesen Post anfangen soll. Ich glaube wir waren bei Pondycherry stehen geblieben. Über Weihnachten fuhren wir für ein paar Tage nach Pondycherry um Urlaub zu machen. Dadurch, dass die Stadt einmal eine französische Kolonie war und sich das Auroville dort befindet trafen wir viele “Weißhäute“ an, die dort leben und arbeiten. Das machte es für uns sehr entspannend nicht ständig wie “Außerirdische“ angeschaut zu werden. Der französische Teil der Stadt ist sehr schön und strukturiert gebaut, auch im Gegensatz zu anderen Städten und Dörfern echt sauber. Wir verbrachten viel Zeit am verlockenden Meer, obwohl der Strand nicht sauber war. Für die Zeit in der Stadt haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und konnten so auf eigene Faust die Gegend erkunden.
An einem Tag besuchten wir Auroville, das ist eine Art von Öko-Sekten-Experiment-Dorf wo rund 2700 Menschen zusammen leben und arbeiten. In diesem Dorf findet man sehr viele Menschen aus der ganzen Welt, aus unterschiedlichen Kulturen und Glaubensrichtungen zusammen in einer Art Experiment friedlich zusammen zu leben. Es wird viel Wert auf die Umwelt, Gleichheit und Frieden gelegt, was wir auch gut finden. Uns störte die Verehrung der “Mutter“, die das Auroville gegründet hatte. Für uns kam es so rüber, dass die Frau angebetet wurde und überall hingen Bilder von ihr. Im Zentrum befand sich eine große goldene Kugel, die als Meditationszentrum dient. Diese dürfen aber nur die Auroviller betreten oder Leute, die sich vorher angemeldet haben. Für uns war es eine interessante Erfahrung dieses Dorf zu sehen aber wir wissen nicht wirklich was wir davon halten sollen.
Weihnachten haben wir nicht wirklich gefeiert, wie auch. Wir sind umgeben von Hindus und in Pondicherry kannten wir niemanden. Umso größer wurde Silvester zelebriert. Die Kinder vom Aarti Home organisierten ein ziemlich langes Tanzprogramm und es gab gutes Essen. Es war ein wunderschöner Abend, ganz ohne Knaller. Wir haben nur zwei Raketen gesehen. So viel Feuerwerk ist hier auf dem Land keine Tradition, das heben sie sich lieber für Diwali auf.
Uns geht es eigentlich gut aber umso länger wir hier sind desto mehr Probleme offenbaren sich. Es ist schwer für uns zu akzeptieren, dass wir nicht die Welt verändern, sondern nur kleine Schritte dazu beitragen können. Ende Januar haben wir unser Zwischenseminar und sind sehr gespannt auf die Berichte der anderen Freiwilligen aus Indien.

Gebete
-          Geduld und Verständnis für diese interessante Kultur
-          Gesundheit
-          Sprachkenntnisse (Tatsächlich kann Sarah sich ein bisschen besser mit Englisch anfreunden^^)

Französische Kirche in Pondycherry


Viele kleine Bäume lassen einen einzigartigen Baum entstehen. Auroville

Auroville

Wir glauben das ist "Durga", eine hindusitische Göttin, antreffen wollen wir sie nicht.
Radtour durch Pondycherry und Umgebung





Auf dem Weg von Chennai nach Tirupati.

Golf von Bengalen



Silvesterfeier, die Kids waren mega Happy, dass es Eis gab^^

Sonntag, 17. Dezember 2017

Ostern oder Weihnachten?

Die letzte Woche vor Weihnachten beginnt und in der Schule herrscht pures Chaos. Ein Grund, warum wir immer wieder an unsere Grenzen stoßen ist, unserer Ansicht nach, das nicht vorhandene System in der Kultur, im Glauben und in den Menschen. Eigentlich soll es eine Weihnachtsfeier für die Schule geben, jedoch wurde der Termin schon dreimal verschoben, wegen irgendwelchen anderen Festen und Terminen. Es ist halt sehr schwierig mit drei verschieden Glaubensrichtungen zu arbeiten, wo jeder an einem anderen Tag ein Fest feiert und im Hinduismus sind das nicht wenige.

Ein Glück haben wir über Weihnachten Urlaub beantragt. Wir fahren nach Pondycherry an das Meer und dürfen dort bei einer Frau unterkommen, die das Aarti Projekt mit Workshops und Trainings begleitet. Wir freuen uns sehr auf den Urlaub und sind froh darüber mal etwas anderes zu sehen.

Seit zwei Wochen haben wir eine neue Freiwillige die für 6 Monate in der Aarti School unterrichtet. Es ist eine Frau Anfang 50, die schon sehr viel in ihren Leben erlebt hat. Wir genießen die Gespräche mit ihr sehr. Sie spricht sehr gutes Englisch und selbst Sarah versteht sie sehr gut.

Wir wünschen euch allen eine gesegnete Weihnacht und en guten Rutsch ins neue Gar. Bei uns wird es wohl eher kein Rutsch.^^ Wir werden hoffentlich am Strand liegen und die Sonne genießen.

Gebete:

-Gesundheit
-Weisheit, wo wir am besten Arbeit investieren
-GEDULD
-Keine traurige Weihnacht




Ostern oder was????
Neue Spielsachen, jippi:) 
Lukas beim Friseur, nun ja^^





Wenn kleine Kücken so angemalt werden, damit sie sich besser verkaufen, weil die Inder es Farbenfroh mögen. Das soll einer verstehen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Besuch der Weißen

Der erste Advent ist vorbei und wir steuern auf Weihnachten zu. Von Advent ist hier nur sehr wenig zu spüren. Wir haben natürlich Huss Racherkarzeln mitgenommen aber das Wetter und die Kultur sind eher untypisch für Weihnachten. Wir vermissen die Kälte sehr, den Schnee und die erzgebirgische Kultur.  Vor zwei Wochen hat es Lukas sehr mit Magen-Darm erwischt. Wir sind zuhause geblieben und er konnte sich erholen. Ein paar Tage später hatte es Sarah dann erwischt aber nicht ganz so schlimm. Wir hatten in den Letzten Wochen auch sehr viel Stress, ein Beispiel war, dass die Busfahrzeiten geändert wurden, weil die Highschool mehr Lernzeit braucht. Dass da aber automatisch die Preschool mit dazugehört interessierte keinen. Die kleinen Kinder sind also erst gegen halb 7 nach Hause gekommen. Am nächsten Tag war es wieder komplett anders und wir waren und sind noch immer daran dieses Problem zu lösen, da diese Situation sowohl für Lehrer und die Kinder nicht sinnvoll ist.

Letzte Woche sind uns das erste Mal weiße Menschen in Kadapa begegnet. Zum einen ein alter Mann aus Cambridge und zum anderen zwei Reporter aus Frankreich, die eine Dokumentation über “Indias Missing Girls“ drehen, leider aber nur in Französisch. Am Samstagabend wurden wir bei der Leiterin des Aarti Villages zum Abendbrot eingeladen.  Dort trafen wir auch den Engländer und die Franzosen an, sowie andere indische freiwillige Mitarbeiter aus dem Aarti Village. Es war ein sehr schöner Abend, mit guten Gesprächen und einem guten Austausch untereinander. Dabei trafen drei Religionen sowie 4 Nationen aufeinander. Das Beste;) an dem Abend war, das Bier dass es gab, das erste Bier für uns in Indien. ^^ Wir haben es sehr genossen, weil wir schon befürchteten, dass dieses Jahr für uns alkoholfrei wird;)
Außerdem geben wir jetzt jeden Sontag Deutschunterricht für zwei Mädels, die im Februar für ein Jahr nach Deutschland gehen. Das macht uns sehr viel Spaß und wir lernen nebenbei noch ein paar Wörter Telugu.  Die Nächte sind jetzt doch etwas kühler und wir müssen tatsächlich mit einer Decke schlafen.
Gebete
-          Gesundheit
-          Kraft und Energie für den Alltag
-          Weisheit
-          Ein guter Umgang mit Stresssituationen




Sonntag, 19. November 2017

Happy Children's Day und dann ab in den Garten

Der Ausflug den wir vorletzten Samstag machen wollten hat natürlich nicht stattgefunden^^.  Unser Busfahrer brauchte einen freien Tag und der fiel auf eben diesen Samstag. Letzten Dienstag war in Indien „Children‘s Day“. Bei den Planungen davor gab es schon ganz viel Stress und Kommunikationsfehler zwischen den Lehrern, dem Management und der Obrigkeiten. Das war ziemlich anstrengend für uns und sehr nervenaufreibend. Die Preschoolkinder sollten Tanzen und haben das an dem Dienstag super gemacht. Der Tag endete aber leider nicht so gut. Die Leiterin/ Gründerin des Aarti Home‘s ist hingefallen und hat sich wahrscheinlich die Bänder oder den Meniskus gerissen. Der Arzt konnte das nicht genau bestimmen weil hier die nötigen Mittel fehlen. Außerdem hatte eins der Teenager einen psychischen Anfall. Wir waren ganz schön gerädert nach dem Tag.

So schrecklich der Dienstag auch für uns war, desto schöner war der letzte Samstag. Wir machten einen Schulausflug mit unserer Preschool. Dazu fuhren wir mit den Kindern zum Aarti Home. Dort pflanzten mit ihnen Tomaten, Brinjal und irgendwelche anderen Bohnengewächse. Es war wunderschön, hat allen Spaß gemacht und wir haben uns (für Indische Verhältnisse) relativ gut an den Zeitplan gehalten.  Die Kinder waren danach ganz schön müde und alle haben in der Schlafenszeit tief und fest geschlafen.
Gestern haben wir dann das erste Mal einen Gottesdienst besucht. Wir waren in einer Pfingstgemeinde und es war anders als gewohnt. ^^ Sehr aktiv, es wird viel rumgebrüllt, viel gesungen, viel gebetet und in der Bibel gelesen. Frauen und Männer sitzen getrennt. Die Frauen tragen außerdem ein Kopftuch während des Gottesdienstes. Trotz der anderen Kultur und das wir kaum etwas verstanden haben, fühlten wir uns irgendwie wohl. Der Gottesdienst ging von 9 bis 13 Uhr. Wir sind aber erst gegen um 10 gekommen. Hinterher  wurden wir zum Mittagessen eingeladen wo es zu Sarahs übel Schrimps gab. Das war jedoch das perfekte Essen für Lukas. Am Nachmittag sind wir ins Aarti Home gefahren und gaben Deutschunterricht. Zwei Frauen aus dem Projekt wollen Ende Januar, für ein Freiwilliges Jahr, nach Deutschland gehen. Wir sind sehr gespannt wie es ihnen gefallen wird, was sie für Erfahrungen machen und dazulernen werden. Sicherlich werden sie die Freizügigkeit und der offene Umgang mit Liebe, Sex, Rauchen und Alkohol schocken. Das sind  absolute Tabuthemen, zumindest hier bei uns auf der Land.
Wir fühlen uns zurzeit viel besser. Oft haben mit vielen Menschen gute Gespräche und fühlen uns nicht mehr ganz so fremd. Dennoch kommt hier und da ein bisschen Heimweh durch. Wir leben halt in Deutschland auf einen sehr hohen Standard, wovon die meisten hier nur träumen können.
Vielen Dank, dass ihr uns mit in eure Gebete aufnehmt!

Gebetsanliegen:
-Energie und Kraft für jeden Tag
-Wachsende Beziehungen mit unseren Kollegen und Bekannten
-Gesundheit
-Weisheit und Geduld